Die Interventionelle Radiologie am St. Josefskrankenhaus
Die Interventionelle Radiologie stellt ein Teilgebiet der Radiologie dar, bei dem es um minimalinvasive Behandlungsmethoden mit Hilfe radiologischer Technik geht. Wesentlicher Bestandteil der Interventionellen Radiologie ist die Abwicklung von therapeutischen Eingriffen unter Bildsteuerung.
Das Leistungsspektrum
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Muskuloskeletale Interventionen - Transarterielle Therapie bei Gelenkbeschwerden und Sehnenreizungen (TAPE und TAME)
Bei diesem Verfahren können schmerzhafte Gelenke behandelt werden, ohne dass sofort ein künstliches Gelenk nötig ist. Dabei wird gezielt das entzündete Gewebe in der Umgebung des Gelenks verödet (Embolisation), sodass die Entzündung und damit auch die Schmerzen deutlich nachlassen können. Am häufigsten wird diese Behandlung bei Knie- und Hüftgelenken durchgeführt. Sie ist aber auch bei anderen Gelenken wie Schulter- oder Ellbogengelenken möglich. Sogar bestimmte Sehnen, die unter chronischen Reizzuständen leiden – zum Beispiel bei Achillodynie –, können so behandelt werden. Die Methode eignet sich nicht nur für Menschen, die noch kein künstliches Gelenk möchten, sondern kann auch bei anhaltenden Beschwerden nach einem Gelenkersatz helfen.
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Bildgesteuerte Entnahme von Gewebeproben, Applikation von Medikamenten und Einlage von Drainagen
Bei dieser Intervention werden in der Computertomographie bildgestützt Gewebeproben entnommen. In einigen Fällen können entzündliche Verhaltformationen punktiert und mit einer entsprechenden Drainage nach außerhalb des Körpers ausgeleitet werden.
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Angiologische Interventionen
Bei dieser Intervention werden Engstellen im arteriellen Gefäßsystem mittels eines einfache Zugangsweges unter Zuhilfenahme von verschiedenen Kathetern ausgeweitet.
Technisch ist es heutzutage auch möglich langstreckige Verschlüsse oder verschlossen Bypässe wiederzueröffnen.
Diese Interventionen bieten wir regelhaft bei Gefäßerkrankungen der Becken- und Beinschlagadern, aber auch bei der Therapie von Veränderungen an den Darm- oder Nierenarterien an.
Komplexere Situationen können wir seit jüngster Zeit auch in Zusammenarbeit mit unseren gefäßchirurgischen Kollegen sicher lösen. -
Urologische Interventionen
Varikozelenembolisation
Diese minimalinvasive Methode ermöglicht die Behandlung von symptomatischen Krampfadern im Hoden. Der Eingriff wird in Zusammenarbeit mit unseren Urologen sowohl ambulant als auch stationär durchgeführt. Langfristig ist diese Behandlung erfolgreicher als eine einfache Operation. Weitere Informationen hier. -
Gynäkologische Interventionen
- Myomembolisation
Diese minimalinvasive Methode ermöglicht die effektive Behandlung von symptomatischen Myomen und Adenomyomatosen. Der Eingriff wird in Zusammenarbeit mit unseren Gynäkologen und Anästhesisten durchgeführt. Weitere Informationen hier.
- Pelvic Congestion Syndrom - Embolisation
Als Beckenvenensyndrom oder Beckenvarizen bezeichnet man chronisch wiederkehrende Unterleibsschmerzen, verursacht durch Krampfadern im Beckenbereich. Es besteht auch bei diesem Krankheitsbild die Möglichkeit, aufgeweitete Beckenvenen minimal invasiv interventionell-radiologisch zu verschließen.
- Myomembolisation
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Notfallinterventionen
Einige Beispiele:
- Nierenblutungen
In einigen Fällen können lebensbedrohliche Blutungen mit minimalinvasiven Methoden schnell und effektiv behandelt werden. Dadurch kann eine aufwendige Operation oder die vollständige Entfernung der Niere vermieden werden.
- Bronchialarterienblutungen
Auch bei endoskopisch schwer kontrollierbaren Lungenblutungen können minimalinvasive Methoden helfen. Dies ist besonders nützlich bei chronischen Entzündungen, wie z. B. Mukoviszidose oder bei Tumoren.
- Muskelastblutung, z. B. bei derangierter Gerinnung
Blutungen in den Muskeln, wie im Becken, können ebenfalls mit minimalinvasiven Verfahren effektiv behandelt werden, wodurch eine Operation oft vermieden werden kann.
- Untere / obere gastrointestinale Blutung (OGIB/UGIB)
Lebensbedrohliche Blutungen im Magen-Darm-Trakt können so behandelt werden, dass eine Operation meist nicht nötig ist oder hinausgezögert werden kann.
- Nierenblutungen
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Hepatobiliäre Interventionen
- Pfortaderinterventionen
Bei erhöhtem Blutungsrisiko kann eine Gewebeprobe der Leber über eine Punktion an der Halsvene entnommen werden. Dabei kann auch der Druck in der Pfortader gemessen werden. Zur Senkung des Pfortaderdrucks kann in Absprache mit unseren Gastroenterologen und Hepatologen ein Transjugulärer portosystemischer Stent-Shunt (TIPS) eingesetzt werden.
- Transarterielle Chemoembolisation (TACE)
Durchblutete Lebertumore können durch lokal verabreichte Chemotherapie und verschließende Substanzen behandelt werden. Dies unterbricht die Blutversorgung des Tumors und behandelt ihn direkt vor Ort.
- Interventionen am Gallengangsystem
Wenn eine endoskopische Wiederherstellung des Galleabflusses nicht möglich ist, kann dies interventionell durchgeführt werden. Im palliativen Bereich kann auch eine Gefäßstütze (Stent) eingesetzt werden, sodass der Drainageschlauch entfernt werden kann.
- Pfortaderinterventionen
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Embolisationstherapie von Hämorrhoiden: Die Emborrhoid-Methode
Für die Embolisation mittels Emborrhoid-Technik kommen vor allem symptomatische Hämorrhoiden Grad II und III infrage, bei denen konservative Maßnahmen nicht ausreichend wirksam sind. Sie eignet sich besonders für Patient:innen, bei denen eine Operation vermieden werden soll oder Kontraindikationen für chirurgische Eingriffe bestehen.
Die Methode zielt auf die Reduktion der arteriellen Durchblutung der Hämorrhoidalknoten durch Embolisation der oberen Rektalarterien.
Ihre Experten der Interventionellen Radiologie
Kontakt und Terminvereinbarung
Klinik für Diagnostische Radiologie, Kinderradiologie, Neuroradiologie und Interventionelle Radiologie
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Sautierstraße 1
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Sprechstunden
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T: 0761 2711-2911
Bitte bringen Sie folgende Unterlagen zur Sprechstunde mit:
- Krankenversicherungskarte
- Überweisung Ihres Facharztes bzw. Hausarztes
- ggf. auch eine Überweisung für Radiologie/Röntgen
- vorhandene Vorbefunde (Labor, CT, Röntgen, Arztbriefe)
Kontakt für Zuweiser
Medizinische Expertise auf Top-Niveau
Dieses Jahr wurde der Leiter unseres Institutes Prof. Dr. M. Uhl mit dem Ärztesiegel des Sterns für seine Tätigkeit als Interventioneller Radiologe ausgezeichnet! Weitere Informationen über die Auszeichnung finden Sie hier.




















